Chronik 1970

Die Ursprünge des Standortes Bielefeld

in Form der Firma Rudolf Simmerling Unimog-Generalvertretung.

Der Landwirt Ernst Rauschenbusch Diebrock kaufte 1948 auf der DLG-Schau in Frankfurt als erster Abnehmer in Norddeutschland einen Unimog für seinen Betrieb. Er erkannte die Bedeutung dieser Neukonstruktion. Die Lieferung erfolgte im April 1949 als 6. Unimog der Böhringer-Produktion.

Auf dem Hofe Rauschenbusch hatte die Familie des Industrie­kaufmanns Rudolf Simmerling nach erfolgter Flucht aus Thüringen, durch verwandschaftliche Bindung, Unterkommen gefunden. Rauschenbusch und Simmerling entschlossen sich nach eingehender Prüfung des Unimog, den Vertrieb zu übernehmen. Sie erhielten von Böhringer die Generalvertretung für ganz Westfalen.

1949 konnte der Unimog nur an Sonntagen, wenn am Hofe die Arbeit ruhte, bei Interessenten vorgeführt werden. Die Zu­rückhaltung der Landwirte gegenüber der neuen Schlepperkonstruktion war nur schwer zu überwinden. Erste Kunden wurden deshalb auch Landwirte mit Nebenerwerb, etwa Milchfahrer, Holzfahrer und Müllereien, die die hohe Fahreigenschaft des Unimog auf der Straße zu schätzen wussten. Die ersten Kunden­ sind auf jeden Fall Pioniere und Idealisten zu nennen.

 

Gründung der Firma Rauschenbusch & Simmerling Handelsgesellschaft für neuzeitliche Landtechnik

Als die ersten drei Verkäufe getätigt waren, gab Simmerling seine kaufmännische Stellung auf und es wurde zum 1.1.1950 die Firma Rauschenbusch & Simmerling Handelsgesellschaft für neuzeitliche Landtechnik mit Sitz in Herford gegründet. Kontore, Werkstätten und Kapital waren nicht vorhan­den. Es gelangen aber 1950 etwa 25 Unimog-Verkäufe, deren Aus­lieferung jedoch nicht erfolgte, da die Firma Böhringer die Produktion der Firma Daimler-Benz AG überließ, die von Anfang an den weltberühmten Motor OM 636 zum Unimog geliefert hatte.

 

Daimler-Benz bestätigt den Generalvertretungsvertrag

Durch die Umstellung ruhten die Auslieferungen acht Monate, sodass das neue Unternehmen eine schwere Zeit durchstehen musste. Die vorliegenden Aufträge bewirkten aber, dass Daimler-Benz den Generalvertretungsvertrag bestätigte. Nunmehr konnte auch das für eine intensive Bearbeitung viel zu große Gebiet Westfalen in drei Vertretungsgebiete aufgeteilt werden.

Das südliche Gebiet (Kreise südlich des Theutoburger Waldes und das Sauerland) übernahm die altrenomierte Landmaschinenfirma Franz Kleine, Salzkotten. Das westliche Gebiet (Münsterland) die ebenso angesehene Firma Anton Schulz aus Münster. Die Verbindung zu diesen bedeutenden Unternehmen und die nun mögliche, intensivere Bearbeitung eines kleineren Gebietes (9 Kreise im Regierungsbezirk Detmold) brachte dem jungen Unternehmen erhebliche Vorteile.